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Die Altbauten

Zu unserem Projekt gehören neben dem Holzneubau auch zwei Altbauten: das alte Verwaltungsgebäude des Krankenhauses sowie das ehemalige Pförtnerhäuschen an der Karlsruher Straße. Bei der Entwicklung dieser Gebäude setzen wir andere Schwerpunkte als beim Neubau. Die Sanierung der Altbauten orientiert sich an zwei wesentlichen Zielen: Wir wollen Bildungsfreiräume und zugleich dauerhaft bezahlbaren, gemeinschaftlichen Wohnraum schaffen.

Der große Altbau

In dem alten Verwaltungsgebäude sollen ab Sommer 2023 etwa 80 Personen wohnen. Von diesen werden rund 50 Personen zwischen Schule und weiterem Lebensweg ein Orientierungsjahr absolvieren, mit dem Ziel, verschiedene Studien- und Ausbildungsgänge kennenzulernen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Das Orientierungsjahr ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungskonzepts und wird voraussichtlich im Herbst 2023 starten.

Die übrigen Wohnungen umfassen zwei frei finanzierte WGs und sechs Wohnungen, mit denen wir sozialen Mietwohnraum schaffen wollen. Damit soll Wohnraum für Menschen geschaffen werden, die ihren Wohnungsbedarf nicht auf dem freien Markt decken können. Wenn Sie sich für eine dieser Wohnungen interessieren, können Sie sich postalisch über die Kontaktdaten am Ende der Seite oder per E-Mail bewerben.

Im Erdgeschoss werden neben Wohnflächen mehrere multifunktionale Seminar- und Gemeinschaftsräume entstehen, die barrierefrei zu erreichen sind. Auch in den Obergeschossen werden Gemeinschaftsflächen eingerichtet werden. Zudem sind kleine Werkstätten und Lagerräume im Keller geplant, die unsere Holzwerkstatt im Neubau ergänzen.


Bei der Sanierung handelt es sich im Wesentlichen um drei Aspekte: eine Umnutzung von Büroräumen in Wohnräume, eine energetisch anspruchsvolle Sanierung sowie die Schaffung zusätzlicher Wohnfläche aus der bestehenden Gebäudesubstanz. Daher werden Grundrisse geändert und das Gebäude statisch sowie schall- und brandschutztechnisch ertüchtigt. Auch soll eine Außenwand-, Kellerdecken- und Dachdämmung stattfinden sowie die Fenster ausgetauscht, um den bestmöglichen energetischen Standard im Bestand zu erreichen (KfW55). Schließlich wird zusätzliche Wohnfläche mit ausreichend Lichteintrag hergestellt, indem das Dach ausgebaut wird und sowohl Schleppgauben als auch Holzerker für mehr Wohnfläche und Komfort in den Wohnungen und Gemeinschaftsflächen sorgen.

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Planungsdokument, das die Nord-Ansicht der Fassade des großen Altbaus zeigt

Dabei achten wir bei jedem Schritt darauf, Bauteile und Baustoffe wieder- und weiterzuverwenden sowie möglichst ökologische Baustoffe zu nutzen. Beispielsweise sollen Zelluloseflocken als Dämmstoff im Dach genutzt werden und gepresstes Stroh die neuen Trockenbauwände stellen. Auch sollen Türen, Bodenbeläge, Treppenhausgeländer, Schieferplatten und vieles mehr weiter und wieder genutzt werden. Auf den neuen Gauben sollen Photovoltaik-Module die Anlage auf dem Neubau ergänzen, während die hohe Belegungsdichte den Heizwärmebedarf reduziert.

Das Café

In dem ehemaligen Pförtnerhäuschen soll im Erdgeschoss ein selbstverwaltetes Café Möglichkeit für Begegnung und Austausch bieten. Angedacht ist das Bestehen als Anlaufpunkt, insbesondere für die Nachbarschaft. Außerdem wird das Café Raum für eine kleine Lebensmittelkooperative und/oder ein „Repair-Café“ bieten, bei dem z.B. Elektronikgeräte gemeinsam repariert werden können. Die Räume im oberen Geschoss sind für Büros der Selbstverwaltung sowie für eine Beratungsstelle für das Mietshäuser-Syndikat vorgesehen.

Planung und Sanierung

Zusammen mit dem Heidelberger Architekturbüro Gerstner + Hofmeister sind wir derzeit dabei, die Sanierung der Altbauten zu planen und durchzuführen. Da die Altbauten bereits in den 1930er Jahren entstanden sind und zuletzt als Verwaltungsräume genutzt wurden, werden einige bauliche Veränderungen notwendig sein. Um bezahlbares Wohnen möglich zu machen, ist es unser Ziel, die Renovierungs- und Umbauarbeiten möglichst gering zu halten und somit die vorhandene Bausubstanz zu erhalten. Zusammen mit den vielen Direktkrediten von unseren Unterstützer*innen und unserer Eigenleistung werden auch KfW-Zuschüsse für energetische Maßnahmen eine bezahlbare Sanierung ermöglichen. Ein weiterer Finanzierungsbaustein soll die Förderung des sozialen Mietwohnraums sein, mit der wir uns verpflichten, sozial gebundenen Mietwohnraum zu schaffen.

In noch größerem Umfang als im Holzneubau möchten wir in den Altbauten anfallende Arbeiten in Eigenleistung realisieren. Einen Beitrag dazu haben und werden die verschiedenen partizipativen Baustellen und Workcamps leisten: mehrere Wochen gemeinschaftlicher Arbeit mit lokalen und internationalen Freiwilligen treiben seit Sommer 2020 Rückbauarbeiten sowie auch Teile der eigentlichen Sanierung voran. Mit Stolz blicken wir schon jetzt auf viele erfolgreiche Aktionen zurück: In den letzten zwei Jahren wurde der Altbau mit der Unterstützung vieler fleißiger Helfer*innen in großen Abbruch- und Abrissaktionen von Wänden, Schutt, Kabeln, Rohren und vielem mehr befreit. Mehr Infos zu den partizipativen Baustellen und Summerschools 2020 bis 2022 findest du hier.

Wie der Neubau wird auch die Sanierung der Bestandsgebäude von der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg begleitet, die als Exzellenzinitiative für Stadtplanung arbeitet. Die IBA fördert und begleitet bis 2022 zukunftsweisende Lösungen angesichts städtebaulicher und gesellschaftlicher Herausforderungen und kürte unser Projekt bereits 2015 zum IBA-PROJEKT unter dem Motto „Wissen | schafft | Stadt“.

Zudem dient die Instandsetzung der Altbauten, zusammen mit dem Holzneubau, als Praxismodell für die Erforschung flächensparenden Wohnens bei gleichzeitig hoher Lebensqualität und wird vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) begleitet. Der Anspruch, sich auf das Wesentliche zu reduzieren (Suffizienz), drückt sich in experimentellem Wohnen, Gemeinschaftsflächen und Räumen für Kreativnutzung aus.

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