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Die Altbauten

Zu unserem Projekt gehören auch zwei Altbauten: das alte Verwaltungsgebäude des Krankenhauses sowie das ehemalige Pförtnerhäuschen an der Karlsruher Straße. Bei der Entwicklung dieser Gebäude setzen wir andere Schwerpunkte als beim Neubau. Die Sanierung der Altbauten orientiert sich an drei wesentlichen Zielen: einem innovativen Orientierungsjahr, einem kostengünstigen und zugleich energetisch anspruchsvollen Sanierungsvorhaben, und zuletzt einem hohen Anteil an Eigenleistungsarbeit.

Der große Altbau

In dem alten Verwaltungsgebäude sollen ab Frühjahr 2023 etwa 75 Personen wohnen. Von diesen werden rund 40 bis 45 Personen zwischen Schule und weiterem Lebensweg ein Orientierungsjahr absolvieren, mit dem Ziel, verschiedene Studien- und Ausbildungsgänge kennenzulernen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Das Orientierungsjahr ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungskonzepts und wird voraussichtlich im Herbst 2023 starten.

Die weiteren Bewohnenden sollen vor allem Studierende, Promovierende und junge Berufstätige sein, um auch in diesem Gebäude eine Kontinuität der Bewohner*innenschaft zu gewährleisten und die Verbindung zwischen Alt- und Neubau zu fördern.

Im Erdgeschoss werden neben Wohnflächen mehrere multifunktionale Seminar- und Gemeinschaftsräume entstehen, die barrierefrei zu erreichen sind. Auch in den Obergeschossen werden Zimmer und Gemeinschaftsflächen eingerichtet werden. Zudem sind kleine Werkstätten und Lagerräume im Keller geplant, die die große Werkstatt im Neubau ergänzen.

Das Café

In dem ehemaligen Pförtnerhäuschen soll im Erdgeschoss ein selbstverwaltetes Café Möglichkeit für Begegnung und Austausch bieten. Angedacht ist das Bestehen als Anlaufpunkt, insbesondere für die Nachbarschaft. Außerdem wird das Café Raum für eine kleine Lebensmittelkooperative und/ oder ein „Repair-Café“ bieten, bei dem z. B. Elektronikgeräte gemeinsam repariert werden können. Die Räume im oberen Geschoss sind für Büros der Selbstverwaltung sowie als eine Beratungsstelle für das Mietshäuser-Syndikat angedacht.

Planung und Sanierung

Zusammen mit dem Heidelberger Architekturbüro Gerstner + Hofmeister sind wir derzeit dabei, die energetische Sanierung der Altbauten zu planen. Da die Altbauten bereits in den 1930er Jahren entstanden sind und zuletzt als Verwaltungsräume genutzt wurden, werden einige bauliche Veränderungen notwendig sein. Um bezahlbares Wohnen möglich zu machen, ist es unser Ziel, die Renovierungs- und Umbauarbeiten möglichst gering zu halten und somit die vorhandene Bausubstanz zu erhalten. Zusammen mit dem Eigenleistungsanteil werden auch KfW-Zuschüsse für energetische Maßnahmen eine bezahlbare Sanierung ermöglichen.

In einem noch größerem Umfang als im Holzneubau möchten wir im Altbau anfallende Arbeiten in Eigenleistung realisieren. Einen Beitrag dazu werden die verschiedenen partizipative Baustellen leisten: mehrere Wochen gemeinschaftlicher Arbeit mit lokalen und internationalen Freiwilligen sowie Wandergesell*innen treiben Rückbauarbeiten sowie auch Teile der eigentlichen Sanierung voran.

Im August 2020 haben wir großartige Unterstützung durch zwei von uns organisierte deutsch-französische Workcamps erhalten. Aus beiden Ländern kamen ca. 10-15 junge Menschen, um mit uns zu arbeiten und sich auszutauschen. Neben den ersten Rückbauarbeiten im Gebäude wurde im Außenraum gepflastert und mit unserer CnC-Fräse Möbel gebaut. Zudem gab es Workshops (u.a. zu nachhaltigem Bauen), bei denen die Teilnehmenden das CA näher kennenlernen konnten.

2021 finden und fanden ebenfalls wieder Workcamps statt: Vom 08.-14. August, vom 29. August bis 04. September und vom 05.-11. September 2021. Bei diesen werden sowohl im Alt- als auch im Neubau Arbeiten durchgeführt werden. Mehr Infos zu den letzten beiden findest du hier. Bei Interesse an einer Teilnahme wende dich bitte an workcamps@collegiumacademicum.de.

Auch die Sanierung der Bestandsgebäude wird von der der Internationale Bauausstellung Heidelberg (IBA) begleitet, die als Exzellenzinitiative für Stadtplanung arbeitet. Die IBA fördert und begleitet bis 2022 zukunftsweisende Lösungen angesichts städtebaulicher und gesellschaftlicher Herausforderungen und kürte unser Projekt bereits 2015 zum IBA-PROJEKT unter dem Motto „Wissen | schafft | Stadt“.

Zudem dient die Instandsetzung der Altbauten, zusammen mit dem Holzneubau, als Praxismodell für die Erforschung flächensparenden Wohnens bei gleichzeitig hoher Lebensqualität und wird vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) begleitet. Der Anspruch, sich auf das Wesentliche zu reduzieren (Suffizienz), drückt sich in experimentellem Wohnen, Gemeinschaftsflächen und Räumen für Kreativnutzung aus.

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Der Fertig Voigl

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