Mit der Konferenz möchten wir einen Lern-, Begegnungs- und Aktionsraum öffnen, um auf die Besatzung der Westsahara, den sahrauischen Widerstand und den Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung aufmerksam zu machen und den Diskurs anzuregen. Wir möchten mit- und voneinander lernen und gemeinsam einen Ort schaffen, an dem sich Menschen aus verschiedenen linken Kontexten, der sahrauischen Community und Diaspora, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und institutionelle Akteur*innen vernetzen können. Wir wollen gemeinsame Perspektiven entwickeln und Impulse zur Frage setzen, was wir hier und jetzt tun können, um solidarische Netzwerke aufzubauen und zu stärken. Wir möchten laut werden - für Menschenrechte, Selbstbestimmung und ein Leben in Freiheit – ohne Besatzung und Ausbeutung, für ein Leben in Würde und für eine befreite unabhängige Westsahara.
Inhalt und Formate der Konferenz
Die Konferenz lädt dazu ein, sich mit der Geschichte und Gegenwart der Sahrauis auseinanderzusetzen – mit ihren Kämpfen, Hoffnungen und Stimmen. An drei Tagen entsteht ein Raum des Zuhörens, des Austauschs und der Solidarität, in dem Wissen, Kultur und gelebte Erfahrung miteinander in Dialog treten.
Inhaltlich führt das Programm von den historischen Wurzeln des Konflikts um die Westsahara bis zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Fragen: Wie leben die Menschen in den Lagern? Welche Formen des Widerstands und der Selbstbestimmung entstehen unter Besatzung? Welche Verantwortung trägt Europa – politisch, wirtschaftlich, moralisch? Und welche Wege eröffnen sich für gemeinsames Handeln?
Es wird verschiedene Formate und Zugänge geben:
Panels, Lesungen und Gespräche eröffnen Perspektiven von Aktivist*innen, Jurist*innen, Künstler*innen und Journalist*innen – aus den Lagern, den besetzten Gebieten und der Diaspora.
Workshops schaffen Raum für eigenes Engagement und konkrete Solidarität.
Kulturprogramm am Abend: Film und Musik bringen Stimmen und Geschichten auf andere Weise zum Klingen – berührend, eindrücklich und verbindend.
Gemeinsame Mahlzeiten und offene Runden laden ein, Beziehungen zu knüpfen und den Austausch fortzusetzen.
Der gemeinsame Abschluss mit Kundgebung, Musik und Redebeiträgen setzt ein Zeichen für Sichtbarkeit, für Zusammenhalt, für Hoffnung.
Mit den verschiedenen Formaten möchten wir eine lebendige, offene Konferenz schaffen, die nicht nur informiert, sondern bewegt – und die zeigt, dass Solidarität über Grenzen hinweg möglich ist.
Das Programm
Freitag, 16.01.
19:00 Uhr: Kurzfilm-Premiere und Ankommen
Für ein gemeinsames An- und Zusammenkommen leiten wir das Wochenende mit der Premiere der Kurzdoku „Land Of The Three Teas“ der Fotografin Maria Klenner ein, die sich dokumentarisch mit der Westsahara und den Camps in Algerien befasst. Beim anschließenden Essen gibt es die Möglichkeit, mit Dokumentarfotografin Maria Klenner ins Gespräch zu kommen.
Samstag, 17.01.
08:00 - 09:00 Uhr: Frühstück
Gemeinsames Frühstück in der Aula
09:30 - 11:00 Uhr: Lesung mit Tee Zeremonie
Mit dem Comic “Genug gewartet” nimmt Fine (Autor*in und Zeichner*in) euch mit auf die Reise in die Westsahara und beleuchtet die geschichtlichen und politischen Hintergründe der letzten Kolonie Afrikas. Die Lesung ist begleitet von einer Tee Zeremonie und bietet einen inhaltlichen Einstieg in die Themen des Wochenendes.
Anschließend gibt es die Möglichkeit zum Austausch mit Buhari Lehbib, einem Vertreter der saharauischen Diaspora.
Der Widerstand der Sahrauis ist vielfältig, andauernd und überall: Ob in den
besetzten Gebieten, den Camps, oder in der Diaspora. In einem Panel Gespräch teilen Saleh Sidmustafa, Fatou Yahya Iaazza und Emma Lehbib ihre Perspektiven aus den verschiedenen Geografien des Sahrauischen Widerstands.
13:00 – 14:00 Uhr: Mittagspause
Gemeinsames Mittagessen
14:30 – 15:30 Uhr: Ressourcen und Handel
Warum ist die Westsahara so wichtig für Marokko? Wie profitieren Europa und
Deutschland von der Besatzung? In diesem Input beleuchtet Western Sahara Resource Watch (WSRW) die illegale Ressourcenausbeutung in der besetzten Westsahara,
und die internationalen Handelsbeziehungen, sowie die Verstrickungen Deutscher
Unternehmen in die Besatzung.
15:30 – 16:00 Uhr: Kaffeepause
16:00 – 17:00 Uhr: Workshop Phase
In der Workshop Phase soll es verschiedene Angebote geben, um ganz konkret aktiv
zu werden, Vernetzungsräume aufzubauen oder die Verbindung zu anderen
Freiheitskämpfen auszuleuchten. Mehr Informationen zu den geplanten Workshops folgen.
17:30 – 18:30 Uhr: Zine Lesung
Nach der Workshop Phase geht es wieder in einen gemeinsamen Raum. Im Zine
WIDERWORTE verweben sich sahrauische Stimmen aus den besetzten Gebieten, den Flüchtlingscamps und der
europäischen Diaspora zu einer gemeinsamen Gegenerzählung.
Mit einer kurzen Lesung und anschließendem Austausch mit einer der Autorinnen
runden wir den Tag inhaltlich ab.
18:30 – 20:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
20:00 – 21:30 Uhr: Podiumsdiskussion – Internationale Verantwortung
Was ist die Rolle Deutschlands, der EU und der UN im Bezug auf die Westsahara? Wo liegt die Verantwortung? Gemeinsam wollen wir uns vor allem auch fragen: Was muss sich ändern in der Politik, um eine befreite Westsahara zu erreichen? Es diskutieren: Buhari Lehbib, Judith Tavakoli und Khadja Bedati.
21:30 Uhr – open end: Ausklang mit Musik
Wir beenden den Abend mit einem gemeinsamen Ausklang mit Musik.
Sonntag, 18.01.
08:00 – 10:00 Uhr: gemeinsames Frühstück
10:00 – 11:30 Uhr: Austausch Panel zum Leben in den Camps
Seit 50 Jahren lebt ein großer Teil der Saharauis in den Camps in der Wüste Algeriens.
Wie gestaltet sich die Lebensrealität vor Ort? Was ist die Rolle der Frauen im Aufbau
und der Verwaltung? Warum ist Klimagerechtigkeit ein zentraler Begriff im
Saharauischen Widerstand?
Im gemeinsamen Austausch werden Najla Mohamedlamin Salma, Asria Mohamed und Taleb Brahim Sidimohamed über Widerstand in den Camps berichten und diese Fragen erörtern.
11:30 – 13:00 Uhr: Rolle der Medien – Ein Einblick
Von der marokkanischen Medienblockade, über die mangelhafte internationale und
deutsche Berichterstattung bis zur Selbstermächtigung Saharauischer Medien aus
den besetzten Gebieten, den Camps und der Diaspora, zieht sich die Rolle der
Medien durch alle Ebenen des Widerstands und der Besatzung. Wir werden
zu verschiedenen Aspekten Einblicke und Inputs bekommen mit der Möglichkeit, sich
anschließend über die Rolle der deutschen Medien auszutauschen (mit Videobeiträgen und Teilnahme von u.a. Sahrawi Voice, Equipe Media, Nanna Maarouf, Jörg Tidien).
Ab 13:00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen und offizielles Ende
Nach einem vollen und dichten Wochenende schließen wir mit einem gemeinsamen
Essen. Hier gibt es nochmal Raum für offenen Austausch.
Ab 14:30 Uhr: Gemeinsamer Protest
Wir tragen das Gelernte auf die Straße! Gemeinsam wollen wir in Heidelberg
protestieren und sichtbar machen, dass auch ein Heidelberger Unternehmen von der
Besatzung der Westsahara profitiert. Beginn des Protests um 14:30 Uhr am Hauptbahnhof.
Unsere Gäst*innen
Organisationen
Veranstalter und Förderung
Die Westsahara-Konferenz ist eine Veranstaltung des Fördervereins Collegium Academicum Heidelberg e.V. und wurde unter anderem von Mitgliedern des Wohnprojekts Collegium Academicum organisiert. Die Veranstaltung wurde ermöglicht durch Förderungen der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg, der Syndikatstiftung und der Organisation medico international.