50 Jahre sahrauischer Widerstand und der Kampf um Selbstbestimmung
Mit der Konferenz möchten wir einen Lern-, Begegnungs- und Aktionsraum öffnen, um auf die Besatzung der Westsahara, den sahrauischen Widerstand und den Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung aufmerksam zu machen und den Diskurs anzuregen. Wir möchten mit- und voneinander lernen und gemeinsam einen Ort schaffen, an dem sich Menschen aus verschiedenen linken Kontexten, der sahrauischen Community und Diaspora, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und institutionelle Akteur*innen vernetzen können. Wir wollen gemeinsame Perspektiven entwickeln und Impulse zur Frage setzen, was wir hier und jetzt tun können, um solidarische Netzwerke aufzubauen und zu stärken. Wir möchten laut werden - für Menschenrechte, Selbstbestimmung und ein Leben in Freiheit – ohne Besatzung und Ausbeutung, für ein Leben in Würde und für eine befreite unabhängige Westsahara.
Inhalt und Formate der Konferenz
- Panels, Lesungen und Gespräche eröffnen Perspektiven von Aktivist*innen, Jurist*innen, Künstler*innen und Journalist*innen – aus den Lagern, den besetzten Gebieten und der Diaspora.
- Workshops schaffen Raum für eigenes Engagement und konkrete Solidarität.
- Kulturprogramm am Abend: Film und Musik bringen Stimmen und Geschichten auf andere Weise zum Klingen – berührend, eindrücklich und verbindend.
- Gemeinsame Mahlzeiten und offene Runden laden ein, Beziehungen zu knüpfen und den Austausch fortzusetzen.
- Der gemeinsame Abschluss mit Kundgebung, Musik und Redebeiträgen setzt ein Zeichen für Sichtbarkeit, für Zusammenhalt, für Hoffnung.
Mit den verschiedenen Formaten möchten wir eine lebendige, offene Konferenz schaffen, die nicht nur informiert, sondern bewegt – und die zeigt, dass Solidarität über Grenzen hinweg möglich ist.
Das Programm
19:00 Uhr: Kurzfilm-Premiere und Ankommen
- Für ein gemeinsames An- und Zusammenkommen leiten wir das Wochenende mit der Premiere der Kurzdoku „Land Of The Three Teas“ der Fotografin Maria Klenner ein, die sich dokumentarisch mit der Westsahara und den Camps in Algerien befasst. Beim anschließenden Essen gibt es die Möglichkeit, mit Dokumentarfotografin Maria Klenner ins Gespräch zu kommen.
08:00 - 09:00 Uhr: Frühstück
- Gemeinsames Frühstück in der Aula
09:30 - 11:00 Uhr: Lesung mit Tee Zeremonie
- Mit dem Comic “Genug gewartet” nimmt Fine (Autor*in und Zeichner*in) euch mit auf die Reise in die Westsahara und beleuchtet die geschichtlichen und politischen Hintergründe der letzten Kolonie Afrikas. Die Lesung ist begleitet von einer Tee Zeremonie und bietet einen inhaltlichen Einstieg in die Themen des Wochenendes. Anschließend gibt es die Möglichkeit zum Austausch mit Buhari Lehbib, einem Vertreter der saharauischen Diaspora.
11:30 – 13:00 Uhr: Perspektive Widerstand: Panel Gespräch
- Der Widerstand der Sahrauis ist vielfältig, andauernd und überall: Ob in den besetzten Gebieten, den Camps, oder in der Diaspora. In einem Panel Gespräch teilen Saleh Sidmustafa, Fatou Yahya Iaazza und Emma Lehbib ihre Perspektiven aus den verschiedenen Geografien des Sahrauischen Widerstands.
13:00 – 14:00 Uhr: Mittagspause
- Gemeinsames Mittagessen
14:30 – 15:30 Uhr: Ressourcen und Handel
- Warum ist die Westsahara so wichtig für Marokko? Wie profitieren Europa und Deutschland von der Besatzung? In diesem Input beleuchtet Western Sahara Resource Watch (WSRW) die illegale Ressourcenausbeutung in der besetzten Westsahara, und die internationalen Handelsbeziehungen, sowie die Verstrickungen Deutscher Unternehmen in die Besatzung.
15:30 – 16:00 Uhr: Kaffeepause
16:00 – 17:00 Uhr: Workshop Phase
- In der Workshop Phase soll es verschiedene Angebote geben, um ganz konkret aktiv zu werden, Vernetzungsräume aufzubauen oder die Verbindung zu anderen Freiheitskämpfen auszuleuchten. Mehr Informationen zu den geplanten Workshops folgen.
17:30 – 18:30 Uhr: Zine Lesung
- Nach der Workshop Phase geht es wieder in einen gemeinsamen Raum. Im Zine WIDERWORTE verweben sich sahrauische Stimmen aus den besetzten Gebieten, den Flüchtlingscamps und der europäischen Diaspora zu einer gemeinsamen Gegenerzählung. Mit einer kurzen Lesung und anschließendem Austausch mit einer der Autorinnen runden wir den Tag inhaltlich ab.
18:30 – 20:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
20:00 – 21:30 Uhr: Podiumsdiskussion – Internationale Verantwortung
- Was ist die Rolle Deutschlands, der EU und der UN im Bezug auf die Westsahara? Wo liegt die Verantwortung? Gemeinsam wollen wir uns vor allem auch fragen: Was muss sich ändern in der Politik, um eine befreite Westsahara zu erreichen? Es diskutieren: Buhari Lehbib, Judith Tavakoli und Khadja Bedati.
21:30 Uhr – open end: Ausklang mit Musik
- Wir beenden den Abend mit einem gemeinsamen Ausklang mit Musik.
Workshops
Gruppe:
Solidarity Rising
Sprache:
Englisch
Beschreibung:
This workshop shares practical tools for organizing lectures with Saharawi speakers and strengthening the global solidarity movement for Western Sahara through the Forgotten Voices and Solidarity Summit campaigns. It outlines how to engage universities, organizations and communities worldwide to amplify Saharawi history and resistance using the Forgotten Voices campaign structure. The session also introduces efforts to build an international solidarity network for Western Sahara, and shares strategies and stories for mobilizing politicians, journalists, and civil society. It invites participants to take part in this global effort and help shape the Sahrawi Solidarity Summit 2027 in Tindouf, where activists, politicians, students and the global solidarity movement meets. The workshop also covers Solidarity Rising’s story and how to engage with our activism and anti-colonial human rights work.
Organisatorin:
Asria Mohamed
Sprache:
Englisch
Beschreibung:
Shaped by long-term advocacy work in Europe, this workshop is a shared learning space rather than a lesson. Using Western Sahara as an entry point, it explores how we care about struggles we are new to—and how advocacy can begin with listening, humility, and connection.
Gruppe:
La Jaima de Tiris
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die sich im Solidaritätsbewegung mit dem sahrauischen Volk in Deutschland aktiv einbringen möchten. Gemeinsam werden wir über Strategien, Methoden sowie mögliche Aktionen und Veranstaltungen nachdenken. Wir teilen unsere Erfahrungen und Know-how. Der Workshop ist offen für alle, mit oder ohne Erfahrung, aber mit Interesse und Engagement.
Gruppe:
End Cement
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
Mit Heidelberg Materials haben wir einen Konzern direkt um die Ecke, der mit der Besatzung kooperiert und von ihr Profit macht. Mit zwei Zementwerken (davon eins brandneu) liefert der Zementriese "Besatzungs-Beton" mit dem die Besetzung durch Marokko gefestigt werden soll (Artikel: Heidelberg Materials bestätigt Lieferungen für umstrittene Projekte in der besetzten Westsahara).
Bei dem Workshop werden wir für den Protest vor Heidelberg Materials am Sonntag Nachmittag Kartons basteln. Dabei wird End Cement erzählen wie das mit der Ausbeutung in anderen Ländern durch den Konzern zusammenhängt und wie die Kampagne Widerstand leistet.
Gruppe:
Black Power und A-APRP
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
This workshop connects the Sahrawi struggle against Moroccan occupation with the anti-colonial struggles of Swaziland against reactionary monarchies. We examine repression, international complicity, and the role of youth and student movements, while discussing what meaningful global solidarity can look like in practice.
Gruppe:
Tagungs-Orga
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
In diesem Workshop wollen wir gemeinsam eine Kampagne für Klimagerechtigkeit planen. Marokko erhält seit Jahren internationale Aufmerksamkeit aufgrund seines guten Rangs im Klimaschutz-Ranking CCPI, an dessen Entwicklung die deutsche NGO Germanwatch beteiligt ist (siehe z. B. hier: Artikel:
Marokko belegt den neunten Platz im weltweiten Climate Performance Index
). In dem CCPI-Bericht und der medialen Rezeption wird jedoch nicht erwähnt, dass dies maßgeblich auf den Ausbau erneuerbarer Energien in den besetzten Gebieten der Westsahara zurückzuführen ist. Marokko präsentiert sich weltweit als Klimaschutzheld und verpasst seiner fünfzigjährigen völkerrechtswidrigen Besatzung nahezu unbemerkt einen grünen Anstrich. Eine der dreistesten Greenwashing-Aktionen, die es je gab. Europäische Klimaschutz-NGOs merken nichts davon und machen bisher mit.
Lasst uns das ändern! Wir wollen den Workshop-Slot gemeinsam für eine ganz konkrete Kampagnenplanung nutzen und dem Greenwashing der Westsahara-Besatzung Steine in den Weg legen. Unser Ziel ist, dass die erneuerbaren Erträge aus den besetzten Gebieten im CCPI-Ranking nicht mehr Marokko angerechnet werden und das Thema mediale Aufmerksamkeit erzielt. Dabei wollen wir uns mit Akteure der Klimagerechtigkeitsbewegung zusammenschließen und Druck auf German Watch & co. aufbauen.
08:00 – 10:00 Uhr: gemeinsames Frühstück
10:00 – 11:30 Uhr: Austausch Panel zum Leben in den Camps
- Seit 50 Jahren lebt ein großer Teil der Saharauis in den Camps in der Wüste Algeriens. Wie gestaltet sich die Lebensrealität vor Ort? Was ist die Rolle der Frauen im Aufbau und der Verwaltung? Warum ist Klimagerechtigkeit ein zentraler Begriff im Saharauischen Widerstand? Im gemeinsamen Austausch werden Najla Mohamedlamin Salma, Asria Mohamed und Taleb Brahim Sidimohamed über Widerstand in den Camps berichten und diese Fragen erörtern.
11:30 – 13:00 Uhr: Rolle der Medien – Ein Einblick
- Von der marokkanischen Medienblockade, über die mangelhafte internationale und deutsche Berichterstattung bis zur Selbstermächtigung Saharauischer Medien aus den besetzten Gebieten, den Camps und der Diaspora, zieht sich die Rolle der Medien durch alle Ebenen des Widerstands und der Besatzung. Wir werden zu verschiedenen Aspekten Einblicke und Inputs bekommen mit der Möglichkeit, sich anschließend über die Rolle der deutschen Medien auszutauschen (mit Videobeiträgen und Teilnahme von u.a. Sahrawi Voice, Equipe Media, Nanna Maarouf, Jörg Tidien).
Ab 13:00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen und offizielles Ende
- Nach einem vollen und dichten Wochenende schließen wir mit einem gemeinsamen Essen. Hier gibt es nochmal Raum für offenen Austausch.
Ab 14:30 Uhr: Gemeinsamer Protest
- Wir tragen das Gelernte auf die Straße! Gemeinsam wollen wir in Heidelberg protestieren und sichtbar machen, dass auch ein Heidelberger Unternehmen von der Besatzung der Westsahara profitiert. Beginn des Protests um 14:30 Uhr am Hauptbahnhof.
Unsere Gäst*innen
Organisationen
Veranstalter und Förderung
Die Westsahara-Konferenz ist eine Veranstaltung des Fördervereins Collegium Academicum Heidelberg e.V. und wurde unter anderem von Mitgliedern des Wohnprojekts Collegium Academicum organisiert. Die Veranstaltung wurde ermöglicht durch Förderungen der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg, der Syndikatstiftung und der Organisation medico international.
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