Wohnen

Selbstverwaltetes Studierendenwohnheim, Bildungsinstitution und kulturelles Zentrum: Das neue Collegium Academicum, auf dem Gelände des ehemaligen US-Hospitals in Heidelberg-Rohrbach, setzt sich aus zwei Bestandsgebäuden und einem innovativen Neubau in moderner Holzbauweise zusammen.

Der Neubau, entworfen von Dipl. Arch. ETH Hans Drexler, erfüllt sowohl hohe ökologische, als auch ästhetische Ansprüche. Das Architektenbüro Drexler Guinand Jauslin hat sich auf energieeffizientes Bauen spezialisiert und wurde dafür vielfach in internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Die Planung berücksichtigt den Ressourcenverbrauch nicht nur in Hinblick auf den künftigen Betrieb, sondern bereits in der Baukonstruktion. Daher wird in der Konstruktion beinahe ausschließlich Holz als nachwachsender Rohstoff verwendet.

Ansichten des Neubau-Modells

Modellansicht von West bei Nacht Modellansicht von Nord-Westen Modellansicht von Süd-Westen Modellansicht von Osten
Der innovative Holzbau bietet Platz für Individualität und Gemeinschaft: 42 Wohngemeinschaften für drei oder vier Personen sind auf die vier Etagen des Neubaus verteilt. Die oberen Wohnungen werden von einem Dachgarten oberhalb der Aula aus durch Laubengänge erreicht. Alle Wohnungen und Wege sind auf Standards barrierearmen Wohnens ausgelegt, insbesondere im Erdgeschoss. Dort befinden sich auch die Gemeinschaftsflächen: eine Werkstatt, die Aula und ein Multifunktionsraum mit Küche.

Der Grundriss des Erdgeschosses

Der Grundriss des Erdgeschosses
Ein flexibles Zusammenspiel von Individual- und Gemeinschaftsfläche innerhalb der Wohngemeinschaften wird durch bewegliche Wandelemente ermöglicht. Bei Einzug befinden sich alle Zimmer im ausgebauten Zustand von 14 Quadratmetern. Durch Verkleinerung der Individualfläche ist es möglich sich als Wohngemeinschaft für eine Gemeinschaftsfläche von bis zu 49 Quadratmetern zu entscheiden. Vielfältige Zwischenformen, etwa ein privater Kernbereich mit einem vorgelagerten Wohn- und Arbeitszimmer, das durch Regalwände, Vorhänge oder Ähnlichem durchlässig von der Gemeinschaftsfläche abgegrenzt ist, bieten Raum für individuelle Gestaltung.

Der Grundriss einer einzelner Wohngemeinschaft

Ein Grundriss einer einzelnen WG

Junge Menschen hauchen dem alten Verwaltungsgebäude neues Leben ein: Im Selbstbau entstehen Wohnboxen, in der umliegenden Gebäudehülle steht Gemeinschaftsfläche für Zusammenleben, Lernen und kreatives Arbeiten zur Verfügung. Mehrere Seminarräume sind für die Bewohner*innen und externen Initiativen im Erdgeschoss untergebracht. Das im Altbau vorgesehene Propädeutikum ist wichtiger Bestandteil des ganzheitlichen Bildungskonzepts.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Heidelberg, die als Exzellenzinitiative für Stadtplanung bis 2022 an zukunftsweisenden Lösungen angesichts städtebaulicher und gesellschaftlicher Herausforderungen arbeitet, kürte das Vorhaben 2015 zum IBA_PROJEKT unter dem Motto ‚Wissen | schafft | Stadt’.

Zudem dient das Projekt als Praxismodell für die Erforschung flächensparenden Wohnens bei gleichzeitig hoher Lebensqualität, was vom Institut für Energie- und Umweltforschung begleitet wird. Der Anspruch sich auf das Wesentliche zu reduzieren (Suffizienz) drückt sich in experimentellem Wohnen, den Gemeinschaftsflächen und Räume für Kreativnutzung aus.

Übersicht

Eine graphische Übersicht des Gebäudeensembles